Kombination aus Sport und Spektakel

Bei Wind, Kälte, Nebel, Regen, Schnee, Matsch und Dreck fühlen sich Radquerfahrer zu Hause. Wenn am Samstag, 8. April, das Urban Cyclocross Zürich stattfindet, werden aber selbst die Profis wie der Titelverteidiger Severin Sägesser oder der WM-Neunte Simon Zahner nervös. Denn das Rennen gehört zu den verrücktesten Radquerwettkämpfen weltweit.

«Das Urban Cyclocross ist unberechenbar. Alles kann passieren und wir Fahrer werden dabei ins kalte Wasser geworfen», blickt Simon Zahner voraus. Der 34-jährige aus Dürnten spricht damit die schwierige Strecke mit ihren spektakulären Hindernissen an. Auch das Rennformat mit einem Ausscheidungsmodus sorgt für weitere Spannung. Jeweils sechs Fahrer treten gegeneinander an und nur die drei Schnellsten kommen eine Runde weiter.

«Die verstaubten alten Zeiten des Radquersports sind längst vorbei. Dank der Zusammenarbeit mit dem Urban Bike Festival kann sich der Crosssport mit einem schnellen, intensiven und spannenden Rennformat am Puls der Stadt Zürich präsentieren», erklärt EKZ-CrossTour-Präsident Christian Rocha. Das Urban Cyclocross etabliert sich somit als sportliches Highlight des dreitägigen Urban Bike Festival. Dieses kehrt nach 2016 zum zweiten Mal mitten ins Trendquartier Zürich-West zurück. Zusammen mit dem Urban Bike Festival tritt die Schweizer Radquerserie EKZ CrossTour als Veranstalter auf.

Spektakuläre neue Abschnitte

Statt über Stock und Stein, Feld und Wiese und je nach Wetter durch Dreck und Schlamm geht es rauf und runter über Treppen, durch einen Lieferwagen hindurch oder über künstliche Hindernisse wie einen Pumptrack. Erwin Flury, der Organisator des Urban Bike Festival, verrät im Hinblick auf die zweite Ausgabe: «Neu wird es eine spektakuläre Sandpassage durch ein Beachvolleyballfeld und eine Durchquerung eines Wasserbeckens geben.» Die Strecke sei im Vergleich zur Erstausgabe noch kompakter, noch übersichtlicher und attraktiver für die Zuschauer geworden.

Der traditionelle Radquersport macht also genau das, was es braucht, um sich einem neuen Publikum zu präsentieren: rausgehen, raus zu den Leuten. Dort wo sonst trendbewusste Stadtbewohner ihre Einkäufe erledigen, Kinder und ganze Familien sich auf den Spielplätzen vergnügen und sich nachts das Partyvolk tummelt, stürzen sich die waghalsigen Cyclocrosser in hart umkämpfte Duelle. Damit liefern sie dem Stadtpublikum ein abwechslungsreiches Spektakel, bei dem immer etwas geht.

Selbstbewusster Vorjahressieger

Vor lauter Spektakel für die Zuschauer gilt es auch einen Blick auf die sportliche Ausgangslage zu werfen. Sowohl bei den Frauen wie auch bei den Männern ist hochklassiger Sport vorprogrammiert. Aus Schweizer Sicht treten die siebenfache Schweizer Meisterin Jasmin Egger-Achermann und die Zweite der Landesmeisterschaften, Lise-Marie Henzelin, gehen die ehemalige WM-Dritte Lucie Chainel (Fra) und die österreichsiche Meisterin Nadja Heigl an. Bei den Männern ist der Titelverteidiger Severin Sägesser (Niedergösgen) der Gejagte. «Das Niveau des Teilnehmerfelds ist im Vergleich zum letzten Jahr nochmals deutlich gestiegen. Doch ich weiss, dass ich mich nicht verstecken muss», meldet Sägesser seine erneuten Ambitionen an. Er wisse, dass ihm die explosive und technische Disziplin mit dem Ausscheidungsmodus entgegenkommt, zeigt sich der Vorjahressieger selbstbewusst. Neben Sägesser und Zahner gehören auch die weiteren Schweizer WM-Teilnehmer Wildhaber, Taramarcaz und Rohrbach zu den Mitfavoriten.

Von den Profis, über die Velokuriere bis zu den Hobbyfahrern

Beim Urban Cyclocross geht es aber keinesfalls nur um die Spitzenathleten. Das Feld ist durchmischt mit ambitionierten Amateuren und Hobbyfahrern. So haben die drei besten Hobbyfahrer der EKZ CrossTour wie auch Velokuriere aus verschiedenen Schweizer Städten eine Wildcard erhalten.

Genau dieser Kombination sieht Severin Sägesser denn auch als eine der grossen Herausforderungen. Denn die Hobbyfahrer wollen den Profis zeigen, was sie draufhaben. Das mache das Urban Cyclocross reizvoll und spannend, so der 24-jährigen Solothurner. Klar ist: Wer die zweite Austragung des Urban Cyclocross gewinnen will, braucht nicht nur viel Power und Explosivität sondern auch eine feine Radbeherrschung und den notwenigen Wettkampfinstinkt.