Rocha: „Eingeschlagenen Weg mindestens 6 Jahre gehen!“

Am vergangenen Sonntag ging in Eschenbach das erste Jahr der EKZ CrossTour zu Ende. Christian Rocha, Präsident der neuen Schweizer Radquerserie, zieht ein erstes Fazit und spricht dabei über die positiven Punkte, langfristige Perspektiven und ein mögliches fünftes Rennen im Jahr 2015.

Christian Rocha, wie geht es Ihnen, wenige Tage, nachdem die EKZ CrossTour 2014 zu Ende ging?

Christian Rocha: In erster Linie bin ich müde (lacht). Jedoch bin ich sehr zufrieden und glücklich, was wir zusammen im ersten Jahr auf die Beine gestellt haben. Wenn ich zurückblicke, dass wir erst vor einem Jahr beschlossen haben, die EKZ CrossTour zu lancieren, dann muss das Fazit mehr als nur positiv ausfallen.

Welches sind die Punkte, die Sie positiv bewerten?

Wir hatten vier hochstehende Wettkampftage in Baden, Dielsdorf, Hittnau und Eschenbach. Wir hatten keine wirklichen Probleme. Unser Konzept, unsere Ideen und vor allem deren Umsetzung haben wie geplant funktioniert. Wir hatten extrem spannende Rennen, sowohl im Kampf um die Tagessiege, wie auch im Kampf um die Gesamtsiege. Dazu kamen viele Teilnehmer, gute Zuschauerzahlen und ein zufriedenstellendes Medienecho. Die Feedbacks, die wir von verschiedensten Seiten kriegen, sind sehr positiv und motivieren uns, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzufahren.

Aber vom internationalen sportlichen Erfolg sind die Schweizer trotzdem noch einiges entfernt!

Meine Erwartung bestand nie darin, dass die Schweizer 2015 um den Weltmeistertitel mitfahren werden. Ich bin realistisch genug und ich sage es gerne noch einmal: Wollen wir die Schweizer Crosser zurück an der Weltspitze sehen, müssen wir den eingeschlagenen Weg mindestens sechs Jahre gehen können. Dann sollten sich die Investitionen, welche jetzt im Eventbereich gemacht werden, auch auf andere Bereiche im Quersport übertragen und zu einer neuen, breiten Basis des Erfolges führen.

Die Teilnehmerzahlen in der Kategorien U13/U15 und U17 sind aber alles andere als beruhigend. Richtig?

Das stimmt und ist einer der Punkte, dem wir 2015 mehr Beachtung schenken wollen. Es ist jedoch illusorisch zu denken, dass wir als Schweizer Radquerserie dieses Problem alleine lösen können.

Was können die Athleten, Zuschauer, Medien und Sponsoren von der EKZ CrossTour 2015 erwarten?

Wir werden nicht viel verändern. Viel mehr werden wir auf den Erfahrungen von diesem Jahr aufbauen und kleine, aber entscheidende Anpassungen machen. Wir haben uns bei den Athleten und internationalen Radquermedien bereits im ersten Jahr einen wichtigen Namen gemacht. Mit Frankreich und Italien versuchen wir, die Kalender abzugleichen, damit man gemeinsam den Gegenpol zu Belgien stärken kann. Sind unsere Rennen stärker besetzt, werden unsere Fahrer automatisch stärker. Das ist sowohl bei den Frauen, wie auch bei den Herren, der Schlüssel zum Erfolg.

Das Konzept Jedermann-, Nachwuchs- und Profisport bleibt bestehen?

Sicher! Der Radquer ist ein Sport für Jedermann und das hat der Teilnehmerzuspruch in diesem Jahr gezeigt. Und die Kids-Cross-Rennen sind jeweils das emotionale Highlight am Renntag. Der Familiencharakter der EKZ CrossTour wird auch in Zukunft einer der wichtigsten Pfeiler in unserem Konzept bleiben.

Gibt es 2015 ein fünftes CrossTour-Rennen?

Es gibt Gespräche. Doch sicher ist nichts. Bis spätestens im Februar werden wir eine Entscheidung fällen. Wir wollen nicht per se ein fünftes Rennen, einfach um die Serie grösser werden zu lassen. Wir wollen einen Veranstalter, der in unser Konzept passt. Es muss ein Organisator sein, der von unserem Weg und unserer Art und Weise wie wir arbeiten, überzeugt ist. Es gab bereits mehrere Interessenten, Anfragen und Projekte. Dabei waren zwei ganz tolle, neue Orte, die jedoch auf Grund Bewilligungsprobleme (noch) nicht zu Standen kommen werden.