Rocha: «Es fehlt nur noch ein Schweizer Gesamtsieg»

Christian Rocha, der Präsident der EKZ CrossTour, zieht nach der zweiten Saison Fazit. Im Interview spricht der Denker und Lenker der CrossTour zudem über die gesteckten Ziele und die Planung für kommende Saison. Er verrät spannende Fakten und Zahlen und äussert seinen grossen Wunsch an die Schweizer Radquerspezialisten.

Christian Rocha, vor gut knapp drei Wochen ging das zweite Jahr der EKZ CrossTour mit dem Rennen in Meilen zu Ende. Haben Sie die gesteckten Ziele erreicht?

Christian Rocha: Wir haben unsere Ziele in der Saison 2015/2016 nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen. Es war rundum ein perfektes zweites Jahr und wir haben den Schweizer Radquersport wieder einen Schritt näher dorthin gebracht, wo er langfristig hingehört.

Welche Bereiche sind es denn, die Sie in diesem Masse zufriedenstellen?

Alle! Wir sind innerhalb zwei Jahren zur wichtigsten Radquerserie ausserhalb Belgiens geworden. Wir haben in diesem Jahr extrem steigende Teilnehmerzahlen, in allen Kategorien. Wir hatten mehr Zuschauer, mehr Resonanz in den Medien, sehr starke Schweizer Leistungen und eine gesteigerte Aufmerksamkeit, die weit über unseren Landesgrenzen hinausgeht.

Sie sprechen immer von «wir». Wen meinen Sie damit?

Die EKZ CrossTour besteht aus verschiedenen Teilen, die alle zusammen ein «wir» ergeben. Es sind auf der einen Seite die lokalen Organisatoren, die allesamt eine grossartige Arbeit leisten. Auf der anderen Seite stehen die EKZ, unser Presentingpartner. Die EKZ CrossTour mit mir als Präsidenten und meinen Leuten im Hintergrund, bildet das Dach über dem Ganzen. Das ergibt dieses «wir». Das «wir», das nicht nur an das Comeback des Schweizer Crosssports glaubt, sondern mit viel Herzblut daran arbeitet.

Wie weit sind die Planungen für die kommende Saison 2016/2017?

Vieles steht schon fest. Dielsdorf, als Veranstalter der Schweizer Meisterschaften 2017, wir leider aus der EKZ CrossTour ausscheiden. Doch es steht ein neuer Organisator bereit. Ich freue mich jetzt schon, bis wir das kommunizieren können.

Es bleibt also bei fünf Rennen?

Richtig. Die EKZ CrossTour wächst im 2016/2017 nicht. Es gab mehrere Pläne, mehrere Ideen und spannende Projekte. Doch ich musste leider mehrmals feststellen, wie schwierig es heute ist, ein Radquerrennen zu organisieren. Gemeinden, Anwohner, Landbesitzer, aber auch ökologische Gründe haben schon mehrere motivierte Organisatoren frühzeitig gestoppt.

Gibt es weitere Neuigkeiten?

Ein Konzept, das funktioniert, muss nicht geändert werden. Es braucht nur ein paar kleine Anpassungen und Optimierungen. Auf Grund der grossen Teilnehmerzahlen stossen wir mit dem aktuellen Rennprogramm und den Strecken teilweise ans Limit. Das muss in den nächsten Monaten überdacht werden.

Beim Finalrennen in Meilen gab es zum ersten Mal die Produktion eines weltweit ausgestrahlten Livestreams. Sie bezeichneten dies als Investition für Zukunft. Hat sich diese Investition gelohnt?

Ich war schon seit jeher der Überzeugung, dass es viele Leute gibt, die weltweit internationalen Radquersport schauen wollen. Dies hat sich bestätigt. Wir hatten bei den Elite Herren knapp 16’000 Views. Bei den Frauen rund 12’000. Der Livestream wurde in 114 Ländern geschaut und dies über eine Zeit von 261’824 Minuten, was total über 180 Tage sind. Diese Zahlen steigen seit dem 2. Januar deutlich an, da die beiden Rennen auch weiterhin im Re-Live geschaut werden können.

Das hört sich gut an…

Wir sind in der Tat sehr zufrieden. Nun haben wir ein Produkt kreiert, das wir hoffentlich in der Zukunft einem oder mehreren Sponsoren verkaufen können, um mehr als nur ein Rennen pro Jahr im Livestream zu übertragen.

Welches sind ihre Ziele für die Saison 2016/2017?

Wenn wir unsere Position im internationalen Crosssport weiter stärken können und wir auf dem eingeschlagenen Weg weitergehen, bin ich sehr glücklich. Die Medienaufmerksamkeit soll weiter anwachsen. Eigentlich fehlt uns dann nur noch der Gesamtsieg einer Schweizerin oder eines Schweizers (lacht)!