Tag der Revanche in Eschenbach

Die EKZ CrossTour geht mit ihrem vierten von fünf Rennen am kommenden Sonntag, 11. Dezember, in Eschenbach (SG) in die alles entscheidende Phase. Sportlich versprechen die Rennen der Elite Frauen und Herren grosse Spannung. Dabei sinnen gleich mehrere Athleten auf Revanche. 

«Dramatisches Duell» war vor einem Jahr die passende Überschrift zum Zweikampf zwischen dem Italiener Gioele Bertolini und dem heimischen Marcel Wildhaber. Bis zum letzten Meter kämpften sie um den Sieg. Letztendlich wurde der heute 21-jährige Bertolini nach einem irregulären Sprint auf den zweiten Platz zurückversetzt und Marcel Wildhaber kam zum lang ersehnten Schweizer Heimsieg an der EKZ CrossTour.

Wildhaber: «Ich bin nicht der Favorit»

Am Sonntag treffen Bertolini und Wildhaber, der selber Mitglied im Eschenbacher OK ist, erneut aufeinander. Der Lombarde Bertolini strebt nach seinem U23-Weltcupsieg Mitte Oktober in Valkenburg (Hol) einen zweiten prestigeträchtigen Erfolg in dieser Saison an. Doch Wildhaber denkt nicht an eine Wiederauflage des Zweikampfes vom Vorjahr: «Für mich ist Marcel Meisen der Favorit», sagt er. In der Tat befindet sich der deutschen Meister des Jahres 2015 in einer ausgezeichneten Verfassung und fuhr vor zehn Tagen am Weltcup in Zeven (De) auf den zehnten Rang.

«Ich erwarte ein sehr offenes Rennen, bei dem rund acht Fahrer für den Sieg in Frage kommen», fügt Wildhaber später an. Tatsächlich gibt es wie meist an der EKZ CrossTour knapp zwei Hand voll Mitfavoriten. Mit Simon Zahner, Lukas Flückiger und Nicola Rohrbach haben drei weitere Schweizer Ambitionen in Eschenbach aufs Podium zu fahren. Dazu kommen der zweite Deutsche Sascha Weber, wie auch der junge Belgier Yorben van Tichelt.

Auf der Suche nach dem neuen Leader

Da der französische Tour-Leader Francis Mourey in Eschenbach nicht antreten kann, steigt sein Vorgänger van Tichelt mit der besten Ausgangslage in den Kampf um das grüne Leadertrikot. Wildhaber, Bertolini und der in Hittnau von einem Defekt gebremsten Meisen liebäugeln auch damit, als Gesamtleader ins Finalrennen in Meilen zu gehen.

Havlikova, Lechner und Majerus

Bei den Frauen will sich die Siegerin der EKZ CrossTour der vergangenen Saison, Pavla Havlikova, revanchieren. Revanchiere für die Niederlage in Hittnau, wo sie sich erstmals im direkten Duell den beiden jungen Schweizerinnen Sina Frei und Nicole Koller geschlagen geben musste. Damit sanken die Chancen Havlikovas auf die Wiederholung des Gesamtsiegs auf ein Minimum. Obwohl die beiden jungen Schweizerinnen nicht nur in Hittnau positiv überraschen konnten, trägt Havlikova zusammen mit Eva Lechner (Ita) und Christine Majerus (Lux) die Last der Favoritenrolle. Im Gesamtklassement liegen jedoch Frei, Koller und die dritte starke Schweizer Jasmin Egger-Achermann an der Spitze!

Nicole Koller mit Kompromiss am Heimrennen

Wie für Wildhaber ist auch für Nicole Koller das Heimrennen ein ganz spezieller Anlass: «Zu Hause ein solches Rennen zu fahren, ist toll und ich werde bis zum letzten Meter alles geben», sagt Koller motiviert. Nach ihrem Sieg in Hittnau vor fünf Wochen legte die ehemalige Juniorinnenweltmeisterin im Mountainbike jedoch eine Trainingspause ein und trainiert erst seit drei Wochen wieder. «In der vergangenen und auch in der kommenden Saison habe ich meine Rennplanung auf die grossen Ziele ausgelegt. Da musste ich für Eschenbach schweren Herzes einen Kompromiss eingehen», zeigt sich die 19-jährige aus Schmerikon vorsichtig optimistisch.

Abfahrt als Zuschauermagnet

Eschenbach hat sich in den letzten beiden Jahren, nach der Rückkehr in den internationalen Crosssport 2014, gleich wieder zu einem Klassiker im Schweizer Rennkalender entwickelt. Die kompakte Strecke und die spektakuläre Abfahrt verlangt den Rennfahrern alles ab und bieten den Zuschauern ein Maximum an Übersicht und Spektakel!

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