„Teil einer Aufbruchsstimmung zu sein, das motiviert“

Simon Zahner gehört zu den besten Radquerfahrern der Schweiz. Im Interview spricht der 31-Jährige über seine bisherigen Saisonleistungen, wieso sich dieses Jahr die eigene Erwartungshaltung verändert hat und was die EKZ CrossTour im Schweizer Quersport auslöst.

Simon, wieso kamst du in Hittnau nicht über Platz zehn hinaus?

Simon Zahner: Das Rennen war sehr schnell. Ich habe mich zwei Drittel des Rennens clever verhalten. Doch leider habe ich in der zweitletzten Runde den Intelligenztest nicht bestanden.

Wie meinst du das genau?

Ich fuhr in der dümmsten Position in den kurzen Hang und blieb hängen. Danach war ich alleine und konnte die Lücke nicht mehr schliessen.

Eine Woche zuvor lief es ganz anders. Wie wichtig war der dritte Platz in Steinmaur für dich?

Sehr wichtig! Nachdem die Saison eineinhalb Monate nicht gut war, fehlte mir die Bestätigung, dass ich im Sommer gut gearbeitet hatte. In Steinmaur konnte ich mir klar machen, dass ich was kann.

Arnaud Grand war Fünfter in Steinmaur und nun als Dritter in Hittnau auf dem Podium. Ein wichtiges und starkes Zeichen von euch Schweizer?

Das ist richtig. Es war wichtig für uns, wieder ganz vorne anzutreffen zu sein. Sowohl in Steinmaur, wie auch nun in Hittnau hatte es viele Zuschauer und es herrschte eine super Stimmung. Wir haben gezeigt, was wir drauf haben.

Wieso seid ihr denn zuvor der Konkurrenz hinterhergefahren?

Wir müssen sehen, dass unsere Rennen in diesem Jahr alle so gut besetzt, wie noch nie zuvor. Bis im letzten Jahr konnte man immer sagen: Mourey gewinnt und die Schweizer dahinter machen die Podestplätze unter sich aus. In diesem Jahr sind unsere Rennen aber brutal besetzt.

Du sprichst einen wichtigen Punkt an. Die Schweizer Rennen sind sehr gut besetzt und die Erwartungen an euch trotzdem dieselben. Wie schwierig ist das für dich als Rennfahrer?

Die Erwartungshaltung von mir, aber auch von den Aussenstehenden, musste sich zuerst ändern. Ich kann momentan bei einem Schweizer Rennen auch mit einem sechsten Platz sehr zufrieden sein.

Wieso sind unserer Rennen denn dieses Jahr mit so vielen starken ausländischen Fahrern besetzt?

Es gibt immer mehr Fahrer, die keine Lust mehr auf Belgien haben. Und fast alle, die so denken, fahren nun in der Schweiz. Das ist schon ein starkes Zeichen und ein grosser Verdienst der EKZ CrossTour. Denn es ist nicht einfach, sich gegen die grossen Rennen in Belgien so zu positionieren.

Was hat denn die EKZ CrossTour aus deiner Sicht verändert?

Ich finde, dass die erhoffte Signalwirkung der Tour voll eingetroffen ist. Wir sind bereits eine Art kleiner Gegenpol zu Belgien, auch wenn wir uns nie mit Fernsehminuten in Belgien vergleichen dürfen.

Was bedeutet für dich, als einer der älteren Schweizer Querfahrer, die aktuelle Aufbruchsstimmung?

Momentan macht es mega viel Freude in der Schweiz Querfahrer zu sein. Zu sehen, was abgeht, ein Teil einer Aufbruchsstimmung zu sein, das motiviert.